Hypnotherapie

Im Zustand von Hypnose oder Trance sind sowohl die Ansprechbarkeit des Unterbewusstseins als auch die Konzentration auf eine bestimmte Vorstellung stark erhöht. Der Bewusstseinszustand unter Hypnose ist ein besonderer Wachzustand des Unterbewusstseins während das Bewusstsein ruht und weder mit dem des Schlafes noch mit dem des normalen Wachseins gleichzusetzen.

Bei der medizinischen oder psychotherapeutischen Hypnose unterstützen wir diese Fähigkeit zur "Alltagstrance" gezielt und setzen sie zur Lösung körperlicher und/oder seelischer Probleme ein.
Grundsätzlich gilt: Intelligente und kreative Menschen sind besonders gut hypnotisierbar.

Ein ausführliches Vorgespräch und eine Hypnose - Diagnostik ermöglichen neue Wege, Ursachen für unerwünschte Verhaltensweisen aufzuspüren und erleichtern die Behandlung vieler Beschwerden.

Beispiele für die therapeutische Anwendung:

Ängste, Phobien:

Es gibt viele verschiedene Ängste und Phobien, die mit Hypnose gut beeinflußbar sind. Um die passende Hypnose zu finden, ist das persönliche Erstgespräch maßgebend!

Unerklärliche Ängste oder Phobien begleiten Menschen oft ein Leben lang. Neben den einfachen Ängsten berichten Patienten auch von Panikattacken mit körperlichen Symptomen wie Zittern, Herzrasen, Hitze, Herzrhythmusveränderungen, Schwindel oder Enge in der Brust. Zusätzlich zu den bedrohlichen körperlichen Empfindungen kommen weitere Sorgen: Wie steht es mit der Gesundheit, sind das die Vorboten für einen Herzinfarkt oder andere gefährliche Krankheiten?

Betroffene fühlen sich ihren Angst- und Panikattacken ausgeliefert und meiden Situationen, die sie mit der Angst in Verbindung bringen - sowohl bewusst als auch unbewusst. Mit der Zeit verlieren sie das Vertrauen in ihren Körper, entwickeln eine Angst vor der Angst, die sie zu immer weiter reichendem Vermeidungsverhalten führt oder gar in der Besorgnis gipfelt, kein normales Leben mehr führen zu können.

Prüfungsangst:
Haben Sie Prüfungsangst und können deswegen an wichtigen Prüfungen nicht teilnehmen oder bekommen Sie bei Prüfungen keinen vernünftigen Satz zustande? Wenn diese Angst ihr Leben beherrscht und sie Ihren Zielen immer wieder im Wege steht, können Sie etwas daran ändern. Eine Behandlung mit Hypnose kann Ihnen helfen, Ihr Problem in den Griff zu bekommen. Die Anzahl der benötigten Sitzungen variiert zwischen drei und sechs Sitzungen.

Flugangst:
Selten hat jemand mit Flugangst vorher tatsächlich schlechte Erfahrungen beim Fliegen gemacht. Im Grunde ist es die Angst, keine Möglichkeit mehr zum Ausstieg zu haben, wenn eine Situation brenzlig wird. Dies kann im Flugzeug sein, aber auch in Zügen oder auf der Autobahn, wenn vor und hinter Ihnen ein LKW ist und kein Parkplatz zu sehen ist. Oftmals gibt es für diese Art von Angst einen Auslöser irgendwo in ihrer Vergangenheit. Eine Koppelung von Gefühlen, die als unangenehm abgespeichert und auf diese Situation übertragen wurden. Diese Auslöser finden wir mit Hilfe der Hypnose und programmieren sie für Sie um. Eine Erinnerung des Auslösers und eine Veränderung der Betrachtung führen dazu, dass Sie Ihre Gefühle voneinander trennen können und Sie Ihren Alltag wieder leichter leben können.

Spritzenangst:
Diese Angst ist oftmals dafür verantwortlich, dass viele Menschen nicht zum Zahnarzt gehen und ihre Zähne reparieren lassen. Hier sind verschiedenen Vorgehensweisen möglich. Zum einen können wir die Angst vor Spritzen selbst behandeln. So können Sie in Zukunft streß- und angstfrei zum Zahnarzt gehen und sich tatsächlich auch eine Spritze gegen die Schmerzen geben lassen. Dafür reichen oftmals 2-3 Sitzungen in unserer Praxis aus.
Oder aber wir begleiten Sie direkt vor Ort zu ihrem Zahnarzt und führen dort die Hypnose durch. Wir führen Sie auf dem Zahnarztstuhl in eine tiefe Trance, so dass der Zahnarzt ihre Zähne richten kann, ohne dass Sie überhaupt einen Schmerz wahrnehmen können.

Panikattacken:
In besonders schweren Fällen können Ängste zu starken körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen führen. Hier kann Hypnose auf sanfte Weise eine begleitende oder sogar heilende Therapieform sein.

Weitere ähnliche Themen in der Hypnosepraxis: Angst vor Spinnen, Vorträge zu halten oder frei zu reden, Kinder vor Klassenfahrten oder Mobbing in der Schulklasse, etc.

Trauma

Als Trauma bezeichnet die WHO ein Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung mit katastrophalem Ausmaß. Eine traumatisierende Verletzung kann sowohl körperlicher als auch seelischer Natur (Psychotrauma) sein.

Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht adäquat verarbeitet werden kann. Beispiele für Erlebnisse, die Traumata auslösen können, sind Gewalt, Krieg, Folter, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Misshandlung, Unfälle, Katastrophen oder Krankheiten. Auch emotionale Vernachlässigung, Verwahrlosung, soziale Ausgrenzung oder Mobbing können zu einer Traumatisierung führen. Sogar die bloße Zeugenschaft eines solchen Ereignisses kann auf die beobachtende Person traumatisierend wirken.

Wichtigstes Ziel ist zunächst die Stabilisierung des Patienten mit einem neuen Erwerb von Sicherheit und (Selbst-) Kontrolle. In verschiedenen Schritten werden dem Patienten neue innere Ressourcen und Fähigkeiten vermittelt.

Erst wenn der Patient gelernt hat, selbstbestimmt in verschiedenen Lebenssituationen für sein Wohlbefinden und seine Sicherheit zu sorgen, können traumatische Erlebnisse aufgearbeitet und integriert werden.

In Hypnose wird mithilfe von dissoziativen Techniken eine sichere Umgebung geschaffen. Das Unterbewusstsein als steuernder Faktor erlaubt es, sich nach dem Lerntempo des Patienten zu richten und ihn nicht zu überfordern. Mithilfe der Befragung des Unterbewusstseins per Ideomotorik in der Hypno-Analyse lässt sich genau feststellen, ob und wann eine Rückerinnerung oder Konfrontation mit dem Thema für die Therapie hilfreich ist.

So gibt es in Hypnose die einzigartige Möglichkeit, das Unterbewusstsein aufzufordern, eine Lösung eigenständig und unter Umgehung des Bewusstseins zu erarbeiten. Dies geschieht z.B. mit Hilfe der Ideomotorik, die, vom geübten Hypno-Therapeuten eingesetzt, ein ideales Handwerkszeug für unbewusste Veränderungen darstellt.

Auch geschieht es nicht selten, dass nach einer erfolgreichen Stabilisierung das Unterbewusstsein sich dafür entscheidet, den zukünftigen Weg ohne eine erneute Rückerinnerung an den traumatischen Moment zu gehen. Patienten berichten von Veränderungen, die in alle Bereiche ihres Lebens hineinreichen und wissen nach der Therapie selbst sehr gut, was für sie richtig ist.



Burn Out und Stressbewältigung

In unserer immer schneller werdenden Zeit empfinden viele Menschen ihren Alltag als krankmachend und überfordernd.

In Hypnose werden innere Ressourcen belebt und gefördert, die den Anforderungen des Tages sinnvoll begegnen können. Entspannungstechniken und eine Steigerung der Selbstheilungskräfte können neue, hilfreiche Alternativen entwickeln helfen.

Ein Auflösen alter Muster und ein Entwickeln neuer, kreativer Lösungen unter Hypnose setzen positive Veränderungen in Gang.

Sinnvoll ist eine wirksame Technik der Selbsthypnose, die zur selbständigen Lösung weiterer Situationen im Alltag befähigt.

Schmerz

Schon im 19. Jahrhundert operierte der schottische Arzt J. Esdaile in Indien unter Hypnose.

Heute wird Hypnose bei akuten und chronischen Schmerzen eingesetzt. Dabei geht es darum, den Schmerz für einige Zeit nicht zu erleben oder vollkommen auszuschalten. Fast jeder hat schon einmal erlebt, dass ein Schmerz bei einem starken Gefühl von Freude in den Hintergrund tritt oder das das bewusste Denken an den Schmerz oder aber auch nur ein zur Ruhe kommen diesen noch verstärkt.

Durch Arbeit mit den unterbewussten Kräften und dem inneren Arzt können wir den Patienten zu einem neuen Schmerzerleben verhelfen und in vielen Situationen den Schmerz sogar vollständig ausschalten.

Sinnvoll ist auch hier, Techniken der Selbsthypnose zu erlernen, den so kann der Patient seinen Schmerz selber und langfristig beeinflussen.

Manchmal weist der Schmerz uns auch auf ein tieferliegendes Problem hin, das sich unter Hypnose erkennen und auflösen lässt. Gefühle wie Trauer, Wut, Erschöpfung, Ärger, Sorge oder Ohnmacht äußern sich manchmal durch schmerzliche Empfindungen. Auch ein lange nicht beachteter innerer Anteil kann zu chronischen Schmerzen führen. (Siehe Psychosomatik)

ALBERT SCHWEITZER formulierte es so:

Patienten tragen ihren eigenen Arzt in sich. Sie kommen zu uns und wissen nichts von dieser Wahrheit. Das Beste, was wir tun können ist, dem inneren Heiler unserer Patienten die Chance zu geben, seine Arbeit zu tun.“

Psychosomatische Krankheiten

Körper und Seele beeinflussen sich gegenseitig: wenn es der Seele gut geht, fühlen wir uns auch körperlich gesund, Wenn wir viele körperliche Probleme haben, wird sich auch die Einstellung zum Leben daraufhin verändern.

Viele Sprichworte spiegeln solche Zusammenhänge wider:

· Die Nase voll haben...

· Ich huste Euch was...

· Das schlägt mir auf den Magen...

· Das geht mir an die Nieren...

Typische psychosomatische Erkrankungen: Allergien, Asthma, Hauterkrankungen, Heuschnupfen, Migräne, Morbus Crohn, Tinnitus... und vieles mehr.

In Hypnose lernen die Patienten, sich aus dem belastenden Alltag herauszunehmen, tief zu entspannen, loszulassen und neue Wege für sich zu finden. Das Unterbewusstsein bietet oft Lösungen an, die uns im alltäglichen Erleben so nicht einfallen würden.

Gezielte Arbeit mit heilsamen Bildern, die Aktivierung der Selbstheilungskräfte, die Beeinflussung des Stoffwechsels und des Immunsystems schaffen ein neues Körpergefühl.

Konfliktlösende hypnotherapeutische Interventionen entlasten die Seele und so auch den gesamten Organismus. Die Seele kann sich ganz neu entfalten und körperliche Beschwerden überwinden. Auch Schuldgefühle, Selbstzweifel, unterschwellige Tendenzen zur Selbstbestrafung und auch ein möglicher unbewusster Krankheitsgewinn können unter Hypnose erkannt und gelöst werden.

Schlafstörungen

Haben Sie Probleme beim Einschlafen und wältzen sich stundenlang hin und her? Oder wachen Sie mitten in der Nacht auf und können einfach nicht mehr einschlafen?

Dies kann z.B. nach ungewohnter körperlicher oder geistiger Anstrengung geschehen. Man fühlt sich unruhig und macht sich viele Gedanken, kann nicht mehr abschalten. So kommt es zu Schlaflosigkeit: Die eine Seite versucht einzuschlafen, die andere hält sie davon ab. Gedanken und Gefühle, die normalerweise im REM-Schlaf verarbeitet werden, laufen nun im Wachzustand vor den Augen des Schlaflosen ab. Angenommen wird, dass es ab etwa 3 Stunden Schlaflosigkeit beinahe unmöglich ist noch einzuschlafen.

Wichtig ist hier auch wieder das ausführliche Erstgespräch, um genaue Auskünfte über mögliche Auslöser oder verstärkende Ursachen zu erhalten. Manchmal ist es hilfreich, ein genaues Schlaftagbuch zu führen.

Mögliche Auslösende Faktoren:

Angst, Stress, Schuldgefühle, Konflikte oder psychische Krankheiten
Sorgen und Probleme bis hin zu Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen Schichtarbeit
Umgebung: Lärm oder Licht
Medikamente oder Alkohol

Weitere Anwendungsbereiche siehe Hypnose